Die Schlange

Das es auf der Dochower Dorfstätte immer noch nicht ganz geheuer ist, erzählt uns eine andere Überlieferung.
Es lag da in früheren Jahren ein großer Stein, der indessen längst weggeschafft worden ist. Auf diesem Stein pflegte ein alter Schapower Schäfer zu sitzen, wenn er seine Schafe hütete. Eines Tages wurde der alte Mann krank und schickte seinen Gehilfen allein mit der Herde aus. Der tat es dem Alten gleich, stzte sich auch auf den Stein und übersah von dort aus seine Herde.
Da bemerkte er dicht neben sich eine Schlange, die einen goldenen Ring auf ihrem Kopf trug. Wie er sich auch noch darüber wunderte, legte die Schlange diesen Ring auf ein großes Blatt neben den Stein und verschwand. Das konnte der Junge nicht länger mit ansehen. Ganz leise schlich er sich hin, nahm den Goldreif und trieb seine Herde auf Umwegen nach Hause.
In der Nacht der Nacht aber wurde der Junge sehr, sehr krank. Niemand konnte ihm helfen. In ihrer Angst schickte die Mutter zu dem alten Schäfer, ob er nicht raten könnte. Mühsam humpelte nun der Alte zu dem kranken Jungen. Doch schon auf der Schwelle des Hauses sah er die schwarze Schlange mit großen Tränen.
Da wusste der Alte auch schon was geschehen war. Unter Schmerzen und Stöhnen gestand der Junge, wo er den goldenen Reif der Schlange versteckt hatte. Erst als man den Ring wieder auf den großen Stein gelegt hatte, wurde es besser mit dem Kranken.
Es war nämlich die Totenschlange, die all die Schätze der früheren Bewohner von Dochow bewacht. Sie bringt noch heute jedem Unglück, der ihr etwas von ihrem Schatz rauben will.