Die Glocke von Schapow

Doch nicht immer waren die Leute vom alten Dochow so gut zu den Menschen. In den frühen Jahrhunderten hatten die Bewohner von Dochow den Schapowern in einer finsteren Nacht eine Glocke vom Turm gestohlen. So leise hatten sie das fertig bekommen, dass es niemand bemerkt hatte.
Erst als am Morgen die Glocke geläutet werden sollte, hatte es der Küster wahr genommen. Nun begann ein großes Fragen und suchen nach der gestohlenen Glocke. Endlich kam man durch die Spuren auf dem Weg zu der Vermutung, dass sie wohl von den Dochowern gestohlen sein könnte.
Und richtig! Als die Bauern bis zu den ersten Häusern von Dochow gekommen waren, sahen sie das wirklich ihre Glocke in den Händen der Fremden sich befand. Es kam zu einem Handgemenge, die Räuber aber retteten ihren Raub und schleiften ihn weiter bis zum Quillow. Dann geschah das Unglück. In dem morastigen Boden versank die Glocke. Es gelang auch später nicht, sie wieder zu bergen.
Noch heut' kann man in der Johannesnacht und zu Weihnachten die Glocke vom Quillow her klingen hören. Herrlich tiefe Töne sind es die über die märkischen Felder hinklingen.